Windows 11

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Microsoft hat (nicht zum ersten Mal) einen Wortbruch begangen und dem eigentlich letzten Windows 10 doch noch einen Nachfolger in Form von Windows 11 beschert. Da ich mich berufsbedingt für die Neuerungen im Bereich Windows Subsystem für Linux (WSL) interessiere, die offenbar nicht zu Windows 10 zurückportiert werden, habe ich kurzerhand meinen Laptop mal aktualisiert.

      Nicht unterstützte CPU


      Laut Microsoft sollte das gar nicht möglich sein, da der verbaute Prozessor, ein relativ exotischer Intel i5-7Y54, offiziell nicht von Microsoft unterstützt wird. Zumindest verfügt der Klapprechner aber über die ebenfalls erforderliche Trusted Platform Module 2.0 (TPM) Funktion. Da ich aus Sicherheitsgründen die Festplatte mit Bitlocker, nebst Passwort verschlüsselt habe, ist die auch schon aktiviert. Falls mir der Rechner mal irgendwie abhandenkommt, ist eine verschlüsselte Festplatte irgendwie schöner. :grin:

      Installation auf nicht unterstütztem Rechner


      Aufgrund der fehlenden Unterstützung war ein normales Upgrade nicht möglich, also erstellte ich mir mit dem Windows Media Creation Tool einen USB-Stick zur Installation. Im Internet hatte ich schon gelesen, dass man auch eigentlich das Installations-Image anpassen muss, um auf nicht unterstützten Rechnern installieren zu können (dies kann man wohl mit Rufus in der neusten Version auch tun). Doch ich hatte den Verdacht, dass es Microsoft der Unterstützung weniger auf die verbaute CPU, als auf den TPM Status ankommt. Also wollte ich es zuerst mit dem offiziellen Image probieren, bevor ich mit Rufus hantiere.
      Mein Verdacht schien aber offenbar richtig. Während der Installation bekam ich nicht den geringsten Hinweis darauf, dass CPU nicht unterstützt sei, oder es irgendwelche Probleme geben könnte. Windows 11 ließ sich sofort und ohne Murren installieren. Es wurde sogar ein Upgrade der bestehenden Windwos 10 Installation angeboten, aber ich wollte das System lieber frisch aufsetzen.

      Erste Eindrücke


      Nun läuft also Windows 11 auf meinem Rechner und das sieht man tatsächlich auf den ersten Blick. Denn optisch hat Microsoft tatsächlich größere Änderungen vorgenommen, die einem das Gefühl geben hier mit einem neuen Windows unterwegs zu sein. Runde Ecken, neue Schatten, buntere Icons, überarbeiteter Datei-Explorer und Einstellungsmenüs. Optisch sieht es wirklich anders aus und macht schon einen frischeren Eindruck. Allerdings (wie bei Windows üblich) beschränkt sich das nur auf die prominentesten Programme und den Desktop selbst. Taucht man etwas tiefer ab, ruft die alte Systemsteuerung oder andere Tools, wie die Computerverwaltung auf, ist man schnell wieder bei alten Windows Optik angelangt, die sich seit Windows 95 kaum geändert hat.

      Abseits der visuellen Änderungen gibt sich Windows 11 aber sehr unspektakulär. Manche Aktionen verstecken sich jetzt hinter einem zusätzlichen Klick, da es jetzt zwei verschiedene Kontextmenüs gibt. Das nervt. Sinnvoller ist das Entschlacken der Menüs des Datei-Explorers gewesen, das gerade bei Freunden der Maussteuerung sehr hilft. So gibt es oben in der Leiste nun immer ein Icon für »Einfügen«, sobald man irgendwo Dateien oder Ordner zum Kopieren oder Ausschneiden markiert hat. So spart man sich den Weg in das Kontextmenü des jeweiligen Ordners, das mitunter recht fummelig aufzurufen ist, da man ja in den weißen Raum und nicht auf irgendeine Datei im Ordner klicken muss.

      Das Startmenü wurde eingedampft und ist anfangs zentriert ausgerichtet. Das stört mich beides weniger. Selten genutzte Programme habe ich ohnehin immer über die Suche gestartet und häufig genutzte Programme hatte ich entweder als Kachel angeheftet oder als Icon in der Taskleiste. Jetzt sind die halt »angepinnt« am Startmenü, was auf dasselbe kommt, nur, dass jetzt keine Kachel drum herum ist.

      Die Zentrierung der Taskleiste war eher gewöhnungsbedürftig und ich habe sie tatsächlich auch wieder auf links geändert. Hauptsächlich weil es mich gestört hat, dass das Startmenü Icon wandert, je länger die Taskleiste durch geöffnete Programme wurde. Dann musste man immer erst gucken, wie weit nach Links das Windows Logo mittlerweile gerutscht ist bevor man klickt. Ist es fix unten links in der Ecke, weiß man immer sofort wo die Maus hin muss. Wer hingegen das Startmenü ohnehin kaum nutzt oder es mittels Windows-Taste öffnet, dem dürfte es wurscht sein, ob die Taskleiste zentriert oder nach links ausgerichtet ist.

      Insgesamt fühlt sich Windows 11 eher wie ein Halbjahresupdate von Windows 10 an, bei dem man ein bisschen mehr an der Optik geschraubt hat. Wirklich coole neue Funktionen oder technisch grundlegende Änderungen sucht man vergebens. Gut, dass sich technisch nichts grundlegend verändert hat, kann ich bei einer Closed Source Software wie Windows nur vermuten, aber da sich sämtliche Windows 10 Treiber, Programme usw. problemlos weiterverwenden lassen und bei der Performance kein Unterschied zu bemerken ist, halte ich das für eine nicht ganz abwegige Annahme. Da gab es damals unter Vista mit seinem grundlegend neuen Treibermodell und der Einführung der Benutzerkontensteuerung deutlich mehr Reibereien bei einem Umstieg von XP.

      Wie gesagt, hinsichtlich der gefühlten Performance hat sich zumindest auf dem Desktop gar nichts getan. Mein Laptop ist passiv gekühlt und entsprechend mit recht schwacher CPU unterwegs. Windows 11 fühlt sich aber nicht langsamer an als Windows 10. Jedoch auch nicht schneller. Spiele habe ich noch keine getestet, das macht auf der Kiste keinen Sinn. Insgesamt ist die Performance gleich gut geblieben und unterscheidet sich im Office Bereich nicht wesentlich vom meinem deutlich potenteren Desktop PC.

      Der Ressourcenverbrauch ist also mit Windows 11 nicht wesentlich gestiegen, wie mir scheint. Lediglich der Arbeitsspeicher wird mehr genutzt. Frisch nach dem Start sind nun immer knapp schon die Hälfte von den 8 GB RAM belegt. Das war unter einem reifen Windows 10 System vorher noch etwas weniger als 3 GB. Den Übeltäter vermute ich im Bereich der Widgets und der neuen integrierten Teams Funktionen. Gerade die Widgets genehmigen sich direkt nach Start schon über 500 MB laut Taskmanager, was sogar noch steigt mit der Zeit. Ohne, dass ich die Widgets auch nur ein einziges Mal geöffnet hätte, wohlgemerkt.

      Hier finde ich hoffentlich einen Weg dem Zeug den Saft abzudrehen, denn aus meiner Sicht sind die Widgets einigermaßen nutzlos. Zumindest aktuell gibt es da nur Wetter und irgendwelche Aktienkurse anzugucken. Wer da mehr Informationen will, wie z.B. Kalendertermine, muss zwingend alle seine Termine in seinem Microsoft-Konto eintragen. Wer, wie ich, die irgendwo anders liegen hat, wie Google oder eigenen Server, der hat keine Chance die da unterzubringen.

      Vielleicht ändert sich das mit der Zeit, wenn auch andere Entwickler Widgets anbieten und man das besser selbst anpassen kann, aktuell empfinde ich die Sektion aber als überflüssig. Ähnlich wie den Teams-Chat der standardmäßig auf der Taskleiste platziert wird. Ich kenne niemanden der Teams privat nutzt und selbst beruflich nutze ich es nicht, sodass der Knopf da auch nur sinnlos Platz einnimmt und dafür sorgt, dass im Hintergrund der Teams-Dienst unnötig Arbeitsspeicher belegt.

      Lohnt sich der Umstieg auf Windows 11?


      Wer nicht gerade wie ich mit irgendwelchen neuen Funktionen herumhantieren möchte, die es nur unter Windows 11 gibt, der hat eigentlich keinen wirklichen Grund zu wechseln. Es gibt schlicht nichts, was Windows 11 mitbringt, dass der durchschnittliche Nutzer dringend braucht, aus meiner Sicht. Mein Desktop PC werde ich daher wohl erst irgendwann mal Upgraden.

      Vor allem sollte man sich aber vorher anschauen, ob der eigene Laptop oder Rechner, der angeblich nicht kompatibel mit Windows 11 ist, nicht doch noch irgendwie damit betrieben werden kann.
      Ich glaube Microsoft hat hier die Liste der unterstützten CPUs künstlich so kurz gehalten, damit der arme Durchschnittsnutzer verunsichert ist und im Zweifel einen neuen Rechner kauft. Damit will Microsoft wohl seinen alten Kumpels, den PC-Herstellern, einen Gefallen tun. Wirklich technische Hinderungsgründe scheint es aber nicht zu geben, da selbst auf einem uralten Pentium 4 Windows 11 läuft.

      Ebenso der Umstand, dass man TPM 2.0 brauchen soll: Wer kein Bitlocker nutzt profitiert davon erstmal nicht und ob Privatanwender wirklich Techniken wie die Kernisolierung brauchen, die teile von Windows in eine Art VM auslagern und nur das Laden signierter Teile von Kernkomponenten zulässt (dafür das TPM), halte ich auch für fragwürdig. Der normale Anwender würde wohl viel eher davon profitieren, wenn Microsoft endlich die automatische Ausführung aller Makros in den Offices-Dateien abdrehen würde. Ein präparierter E-Mail-Anhang scheint mir jedenfalls viel eher ein Einfallstor zu sein, als irgendwelche hochkomplexen Angriffe auf den Windows-Kern. :sweat_smile:

      Vielleicht ändert sich das noch und in einem künftigen Update gibt es einen harten Schnitt, der neuere Prozessoren oder TPM wirklich notwendig macht, aber ich habe da meine Zweifel. Mir scheint das hier eher eine sehr fragwürdige Produktstrategie zu sein, die ahnungslose Nutzer veranlassen soll neuere Computer zu klaufen, was letztlich unnötigen Elektroschrott produzieren wird. :thinking:
      Bis 2025 erhält Windows 10 auf jeden Fall auch Sicherheitsupdates. So lange kann man das Thema Windows 11 ganz entspannt sehen. Vielleicht wird Windows 11 ganz der Tradition nach wieder ein Windows zum Überspringen, so wie viele ja auch Vista oder Windows 8 übersprungen haben. :grin: Dann freuen wir uns auf Windows 12. :ugly:
    • Nexan schrieb:

      Microsoft hat (nicht zum ersten Mal) einen Wortbruch begangen und dem eigentlich letzten Windows 10 doch noch einen Nachfolger in Form von Windows 11 beschert.
      Mircosoft soll diese Aussage ja eigentlich nie gemacht haben :thinking: Nur ein Entwickler hatte mal sowas erwähnt.

      Ich habe meine beiden (Privat und Arbeit) Laptops inzwischen auch schon 3 Wochen auf Windows 11 am laufen. Mein PC ist zu alt :ugly:

      Ich fand die Umstellung zugegeben ein grösserer Schritt als von Windows 8.1 auf 10. Bei der Oberfläche haben sie ja wirklich alles irgendwie angepasst. Optisch, Animationen, Icons, Sounds. Technisch im Hintergrund bekommt man aber nicht viel mit, das stimmt. Die von dir angesprochenen Änderungen in Vista haben aber auch dafür gesorgt, dass es Zukünftig nicht mehr so viele Probleme geben kann.

      Wirklich nervig finde ich bis jetzt auch nur das neue Kontextmenü. Da sind wirklich nur nutzlose Funktionen drin. Auch vermisse ich zugegeben etwas die Kacheln. Da konnte man sich die Programme schön gruppieren. Alle Gamelauncher, alle Fotobearbeitunsgtools, alles von Office usw. Gerade Programme wo man weniger oft braucht, vergisst man schnell den Namen und deren Existenz.

      Nexan schrieb:

      ie Zentrierung der Taskleiste war eher gewöhnungsbedürftig und ich habe sie tatsächlich auch wieder auf links geändert.
      Bei meinem privaten Laptop habe ich das auch schnell geändert beim Geschäftslaptop komme ich lustigerweise aber gut damit klar. Liegt vmtl. am Bildformat.
      Der Private Laptop hat 3:2 und da sieht es komisch aus, der Geschäftslaptop hat 16:10. Und beim privaten Laptop nutze ich auch nur das Touchpanel, kann auch was ausmachen :ugly: