Zeit oder Geld: Welche Ressource ist euch bei der Spielauswahl wichtiger?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Zeit oder Geld: Welche Ressource ist euch bei der Spielauswahl wichtiger?

      @Stone hat mich auf dieses Thema gebracht, als er meinte er warte bis Mass Effect: Andromeda günstiger wird und spielt es dann. Intuitiv sagte ich mir innerlich selbst »ja, das machst du irgendwann auch so« aber dann begann ich nachzudenken und fragte mich: »wirklich?«. »Nein, ich werde Mass Effect: Andromeda wohl niemals spielen«, ist die ehrlichere Antwort, doch warum? Was hat sich bei mir in meinen Gewohnheiten und Präferenzen verschoben, dass ich einen Titel, den ich früher bei einem günstigen Preis oder illegal mit Vergnügen einmal an- oder sogar durchgespielt hätte, heute komplett ignorieren mag?

      Ich glaube es liegt an einer verschobenen Zeit und Geld Gewichtung bei der Entscheidung. Klar, hängt beides dank der Arbeitswelt stark zusammen, aber trotzdem hat man meistens einen Schwerpunkt in der Präferenz, wenn man Spiele auswählt. Wo der liegt kann man sich in einem Gedankenspiel ganz gut vergegenwärtigen: Wenn man unerwartet ein wirklich schlechtes aber teures Spiel spielt und es auch nicht umtauschen kann (weil z.B. digital Kauf), trauert man dann eher dem Geld hinterher oder Zeit? Spielt man es trotz der miesen Qualität noch durch, weil es eben teuer war, oder wirft man es arglos auf die Halde, weil es einem die Zeit nicht wert ist? So bekommt man einen guten Eindruck davon, was einem wichtiger ist.

      Ich bin dieses Gedankenspiel mal durchgegangen und bin überzeugt, dass sich das in meinen Lebensphasen verschoben hat:
      Früher ging ich schwerpunktmäßig klar nach Geld. Natürlich hat man auch jede Vollpreis-Perle mitgenommen, doch eben gern mal auf dubiosen und wenig legalem Wege. In der Schulzeit und auch teilweise zu Beginn Studiums war irgendwie einfach mehr als genug Zeit da um alles mal anzuspielen und sich auch mal durch ein eher mittelprächtiges bis durchwachsenes Spiel komplett zu schlagen. So kam ich auch mal zu Free to Play Spielen wie »Allods Online« oder anderen eher mäßigen Titel, die überwiegend nur Zeit und kaum oder gar kein Geld kosteten. Auch Spielesammlungen, wie die »Gold Games« zockte ich in jungen Jahren, wo auch eher »kantige« Spiele, wie Autobahnraser auf dem Plan standen. Hauptsache es war günstig und machte halbwegs Spaß.

      Im Verlauf drehte sich das ungefähr zu einem Gleichgewicht: Die Zeit wurde knapper und die Auswahl etwas sorgfältiger, doch war ich gerne Abnehmer bei Sales und Rabatt-Aktionen. Obschon aufgrund der knapperen Zeit auch mein Haufen der Schande in dieser Zeit beträchtlich wuchs. :ugly: Ein Zeichen, dass sich der Schwerpunkt abermals langsam verlagerte. Die Beliebigkeit, mit der man seine Zeit beim Spielen verbringt, sank etwas und hochwertigere Rezensionen wurden zu Rate gezogen, statt nur grob den Wertungspiegel zu überblicken.

      Mittlerweile bin ich wohl dabei angelangt, dass Zeit die alles bestimmende Konstante geworden ist. Die Zeit, die ich am PC oder der Konsole verbringen kann ist so knapp geworden, dass ich mir sehr genau anschauen, was ich spielen will. Da ist es mir egal, dass das neue Zelda 70 Euro gekostet hat, da es auf absehbare Zeit der einzige Titel ist, den ich wirklich spielen werde. Auch wenn man die Wii U noch als Kostenpunkt mit oben drauf rechnet, schmerzt mich das nicht wirklich. Nicht weil ich reich bin, sondern weil mir Zeit sehr viel wichtiger geworden ist. Ich will mich nicht mit halbgaren Emulatoren herumschlagen oder mittelprächtige günstigere Spiele spielen, ich will das bisschen Zeit, dass mir zum Zocken bleibt wirklich nur mit spielen verbringen und zwar in Titeln, die mich von Anfang bis Ende großartig unterhalten.
      Das bedeutet dann eben auch, dass Spiele, wie der versuchte »Thief« Reboot von Square Enix herunter fallen. Obwohl ich die Reihe geliebt habe, ist mir der neuste Teil einfach zu schlecht, um meine Zeit damit zu vergeuden. Ich hatte ihn damals noch in einem Sale günstig gekauft und etwa 30 Minuten angespielt, doch sowohl diese 30 Minuten, als auch alle Rezensionen, die ich davon so mitbekam, sagten mir: Weg damit von der Festplatte! :ugly:
      Andere Beispiele sind »The Division« und »Battlefield 1«. Beide Spiele habe ich voll bezahlt, beide habe ich nur Anfangs wenige Stunden gespielt. Früher hätte ich sie allein deswegen gezockt, weil sie so teuer waren, doch nun warf ich sie achtlos auf die Halde ohne mit der Wimper zu zucken (okay, bei Division habe ich mich schon noch hier im Forum geärgert, aber nicht genug, ob damit weiter Zeit zu verbringen). Diese Beispiele verdeutlichen mir, dass sich die Präferenz doch arg verschoben haben und verdeutlichen mir, dass ich mir doch viel selbstkritischer überlegen sollte, welche Spiele ich teuer kaufen will. Lieber einmal im Jahr ein Zelda für 70 Euro, statt dutzende Spiele billig im Sale.
      Ironischerweise sollte ich letztendlich nun, da ich mir diese Präferenz klar gemacht habe, viel Geld sparen können. :ugly: Hätte ich vorher mal kritisch reflektiert und wäre ehrlich mit mir selbst gewesen, vielleicht wären mir »The Division« und »Battlefield 1« erspart geblieben.

      Doch wo liegt eure Präferenz, wenn ihr das gedanklich durchspielt? Habt ihr auch einen klaren Schwerpunkt oder ist es eher ausgewogen? :slight_smile:
      :hourglass_flowing_sand: oder :moneybag: ?
    • Ähnliches hab ich bei mir auch festgestellt. :D

      Man hat eben einfach nicht mehr so endlos viel zeit wie früher ... als Kind und auch danach als Jugendlicher hab ich es irgendwie geschafft in einem 24-Stunden-Tag ca. 6-8 Stunden Schule, 10 Stunden Zocken und 10 Stunden draussen mit den Jungs abhängen und 8 ... na ja, sagen wir 4 Stunden Schlafen unterzubringen :stuck_out_tongue_closed_eyes:
      Aber das klappt heute irgendwie nicht mehr so :D

      Deshalb reduziere ich meine Games wirklich nur noch auf die Spiele, bei denen ich wirklich weiss, dass sie mir wirklich zusagen und lasse viele Titel, die ich früher mit einem "joa, war auch ganz nett" noch mitgenommen habe, mittlerweile aus.
      Bspw. hab ich es auch komplett eingestelt auch nur irgendwas online zu spielen, dafür hab ich keine Zeit mehr.

      Hab zum Glück nur noch selten bis gar nicht Fehlkäufe. Final Fantasy XV war allerdings so einer ... wusste dass es nicht so das Premium Spiel ist und zwar in Ansätzen ein paar wirklich tolle Features drin hat ... aber eben auch mit unheimlich viel Mist zugestopft ist.
      Hab es ne Weile angespielt, aber dann die Lust verloren und beiseite gelegt ... früher hätte ich es aufjedenfall noch irgendwie durchgespielt ... heute heute nicht mehr :D
    • Riot23 schrieb:

      Man hat eben einfach nicht mehr so endlos viel zeit wie früher ... als Kind und auch danach als Jugendlicher hab ich es irgendwie geschafft in einem 24-Stunden-Tag ca. 6-8 Stunden Schule, 10 Stunden Zocken und 10 Stunden draussen mit den Jungs abhängen und 8 ... na ja, sagen wir 4 Stunden Schlafen unterzubringen
      Aber das klappt heute irgendwie nicht mehr so :D
      Das kann ich fast eins zu eins unterschreiben. Die Tage waren früher einfach länger. Ich glaube ja an eine Verschwörung, die die Tageslänge, unbemerkt von der Öffentlichkeit gekürzt, haben. Nur um uns zu ärgern versteht sich. :ugly:

      Riot23 schrieb:

      Bspw. hab ich es auch komplett eingestelt auch nur irgendwas online zu spielen, dafür hab ich keine Zeit mehr.
      Ja, ich hatte es mit Battlefield 1 noch irgendwie versucht und versuche es gelegentlich auch mit Elder Scrolls Online noch…

      Bei ersterem habe ich aber schnell gemerkt, dass ich deutlich mehr Zeit damit verbringen müsste, um etwas zu reißen. Zudem ist die Ähnlichkeit zu den vorherigen Teilen dann doch groß genug um schnell langweilig zu werden, da man das alles irgendwie schon bis zum Erbrechen gespielt hat und der Charme des alten Battlefield 1942 nach wie vor nicht erreicht wird. :confused:
      Bei Elder Scrolls Online sind es die MMORPG Elemente, die mich immer wieder rausjagen. Es hat ein paar gute Elemente und ein paar echt gute, typische abgedrehte Elder Scrolls Quests aber eben auch haufenweise 08/15 Kram, der nur dazu da ist die Masse zu beschäftigen und von der Mechanik daher als Zeitschinder ausgelegt ist. Mittlerweile gab es zwar ein paar Patches, die einem durch entfernen der notwendigen Levelstufen für bestimmte Gebiete erlauben viel von dem Mist auszulassen, aber eben auch nicht alles. Letztlich bleibt es auch ein Online Multiplayer und die Zeit mich in eine Gruppe zu integrieren und aktiv einzubringen fehlt dann auch wieder. :thinking:
      Ich stemme mich zwar immer mal wieder dagegen und krame das Spiel hervor, um 1-2 Quests zu erledigen, bevor es dann wieder in Vergessenheit gerät. Langfristig werde ich mich aber wohl damit abfinden müssen, dass diese Zeiten schlicht und ergreifend vorbei sind. :disappointed_relieved:

      Riot23 schrieb:

      Hab zum Glück nur noch selten bis gar nicht Fehlkäufe.
      Ich hoffe ich fortan auch nicht mehr. Manchmal habe ich aber das Gefühl der kleine Zocker der alten Tage bricht mal wieder in mir hervor und deswegen passieren solche Dinge wie der The Division Kauf. :ugly: Vielleicht ist es einfach der normale Prozess, dass man sich irgendwie noch nicht eingestehen mag, dass manche Zeiten nun einfach unwiederbringlich der Vergangenheit angehören. :thinking:
    • Wenn ich pro Tag 1 Stunde zum spielen komm, ist das viel. Aber so ändern sich nun mal die Zeiten und Prioritäten: Wenn ich damals heimkam: Schultasche in die Ecke, essen stand auf dem Tisch und dann halt entweder zocken oder mit Freunden treffen. Wenn ich jetzt heimkomme nach der Arbeit, dann muss ich erstmal einkaufen, Müll rausbringen, kochen, essen, Wäsche machen oder aufräumen. Meistens treff ich mich dann noch immer mal mit dem oder mal mit dem. Sollte ich dann um 20 Uhr trotzdem noch Lust und Zeit haben wird auch gespielt.

      Was aber die Qualität und den Wert von Spielen betrifft: Ich habe nie in meinem Leben Schrott gespielt - hat mir ein Spiel nicht gefallen? Weg damit! Klar hatte ich 1 bis 2 Fehlkäufe, aber dann gings damals damit zu Gamestop und umgetauscht. Das letzte Spiel was mir überhaupt nicht zugesagt hat war Planetside 2 - hab echt versucht es zu verstehen und zu spielen - aber nach 4 Stunden wars mir dann zu blöd. Weg damit.

      Mass Effect haben mir alle 3 Teile eigentlich sehr zugesagt - Andromeda werd ich mir sicher holen, weil ich einfach das Setting, das Gameplay und die Stimmung mag. Bis das im Sale ist, wird auch sicher noch einiges gepatcht. Und bis es im Sale ist, habe ich genügend andere Dinge zu tun ... abwaschen, aufräume, etc ...
      Es ist bei mir einfach eine Einteilung der Zeit.

      Vor 2 Wochen hab ich zb den ganzen Samstag Nachmittag mit Titanfall2 und Witcher3 verbracht. Diesen Samstag hab ich meine Bienenvölker betreut, sämtliche Obstbäume geschnitten, mein Motorrad ausgewintert und eine Tour gefahren, mit Freunden getroffen, ... - ich mach beides gern und versuche für beides Zeit zu finden.
      it's not easy when it's icy
    • Für mich ist es auch eher die Zeit die massgebende Ressource. Geld ist eigentlich nicht relevant (auch wenn mich die Steam-Sales verdorben haben). Ganz auf die Zeit scheiben will ich es aber auch nicht… Trotz Arbeit hätte ich eigentlich auch genug Zeit für mässigere Spiele, nur fehlt mir inzwischen oft auch eher die Lust sich auf einen Zeitfresser einzulassen. Man will irgendwie flexibel bleiben und spielt dann meist nur belangloses wie Overwatch, CoD u.Ä. :ugly: . Die Hemmschwelle mit z.B. einem Rollenspiel anzufangen ist inzwischen ziemlich gross :frowning2: .
    • Gokux schrieb:

      Die Hemmschwelle mit z.B. einem Rollenspiel anzufangen ist inzwischen ziemlich gross .
      Das ist so ein weiteres Merkmal davon glaube ich. Vielleicht sind Spiele, wie Horizon Zero Dawn oder Zelda: Breath of the Wild deswegen so beliebt. Sie bieten eine riesige Welt und damit einen gigantischen Spielplatz, doch die Grundmechanik ist ziemlich simpel im Vergleich zu dem, was man früher so in dicken Open-World Rollenspielen so machen musste: Klasse auswählen oder erstellen, Fähigkeitspunkte verteilen, Attribute setzen usf. und dabei natürlich keinen Fehler machen.
      Jetzt macht man die Konsole an und hüpft los. Das ist mir mittlerweile auch deutlich angenehmer als früher. Vielleicht fiel mir deshalb die Simplifizierung von Fallout 4 im Vergleich zum Vorgänger im Nachhinein auch nicht so richtig negativ auf. Die Elder Scrolls Spiele haben auch vieles zusammengestrichen, wenn man an Morrowind denkt, doch gefehlt hatte es mir nicht.
      Als ich hingegen mal in die Mass Effect Reihe einsteigen wollte hatten mich die Rollenspiel-Elemente im ersten Teil eher abgeschreckt. Sicherlich war das auch dort nicht wirklich komplex oder viel, doch hatte ich einfach keine Lust mich damit auseinanderzusetzen. Ich wollte losfliegen, das Universum erkunden und Charaktere kennenlernen. Stattdessen musste ich eine Klasse wählen und mich von Erfahrungspunkten nerven lassen. Ich wählte zwar immer das vorgefertigte und vergab alles sehr leichtfertig, doch das Gefühl, dadurch nicht optimal zu spielen und mir etwas entgehen zu lassen, nagte an mir. So flog das Spiel nach einer riesigen Zeitspanne der Nichtnutzung wieder von der Platte. :thinking:

      Sich in komplexe Mechaniken einzuarbeiten ist scheinbar eine Nische geworden. Klingt eigentlich beklagenswert, doch ich muss ehrlich sagen, dass es scheinbar auch meinen Gewohnheiten zu folgen scheint. Hätte ich früher auf solche Leute gezeigt und gesagt »ihr seid verantwortlich für den Niedergang der Spielekultur!!!1111!11!1einseinself« gehöre ich heute genau zu jenen dazu. :scream:
    • Nexan schrieb:

      doch das Gefühl, dadurch nicht optimal zu spielen und mir etwas entgehen zu lassen, nagte an mir.
      Fast schon ein eigenes Thema wert. Man lässt ein Spiel lieber unbeendet liegen, als mit dem Gefühl zu leben eine "Fahne des Nonsens" in der hintersten Ecke eines Spiels nicht gesammelt zu haben. Und man beendet es eigentlich nur nicht, weil man kein Bock auf das Sammeln hat :ugly: . So haben mich viele Spiele verloren, die eigentlich ziemlich gut sind.