Erzählstrukturen in Spielen: Funktioniert nur der »Archäologe«?

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    • Erzählstrukturen in Spielen: Funktioniert nur der »Archäologe«?

      Ein Artikel auf Zeit.de zum Thema Erzählungen in Videospielen hat mich mal etwas nachdenklich gemacht. Darin wird behauptet in Videospielen funktioniert eine lineare Erzählstruktur, wie in Filmen, aufgrund der Interaktivität nicht. Zudem sind sie oft von wenig Komplexität und bilden oft eher abgedroschene Klischees nach. Es gäbe schlicht noch keine Videospiele mit der Erzählqualität eines Citizen Kane, um Filme als Beispiel zu nennen oder eines Krieg und Frieden um Romane als Vergleich heran zu ziehen. Kurz: Es würden noch echte erzählerische Meisterwerke fehlen. Sehr ihr das auch so? :thinking:

      Besser würden, der Meinung des Autors Björn Wederhake nach, hingegen Erzählstrukturen funktionieren, die den Spieler eher in die Rolle eines »Archäologen« versetzen und die Handlung, Geschichte bzw. Welt Stück für Stück selbständig frei legen lassen. Als Beispiele benennt er BioShock, Gone Gome, Portal 2 und zum Teil auch Dark Souls 1-3. Hat er damit recht? :thinking:
    • Ziemlich enttäuschender und vor allem in sich unstimmiger Artikel :thinking:

      Vor allem fehlt mir etwas Konstruktives – wie stellt sich der Autor denn ein gut erzähltes Spiel vor? Nur mit dem Finger zeigen und rufen, »Das ist nicht gut genug! Und das ist nicht gut genug! Und das ist auch nicht gut genug!«, das kann ja jeder. Allerdings wird’s dann doch ein bisschen befremdlich, wenn man Citizen Kane als filmische Referenz heranzieht und gleichzeitig sagt, dass technische Entwicklungen und Neuerungen bei Spielen nicht als echter Fortschritt oder Qualitätsmerkmal zählen; dabei ist die Handlung von Citizen Kane eigentlich nichts Besonderes, sondern der Film ging erst im Nachhinein dank der vielen innovativen Techniken und verwendeten Stilmittel als »bester Film aller Zeiten« in die Geschichte ein. Wenn’s ein Citizen Kane der Videospiele gibt, dann liegt es eher in der Vergangenheit als in der Zukunft, da, wo die Elemente und Kniffe, die heute ganz selbstverständlich sind, zum ersten Mal gut eingesetzt wurden.

      Teilweise finde ich die Kritik auch einfach albern. Ein Spiel ist eben kein Film und kein Buch. Natürlich kann man sich die Immersion zerstören, wenn man es darauf anlegt – genauso kann ich aber auch bei Büchern mal ein Kapitel vorblättern oder während dem Film mit Popcorn werfen und auf dem Smartphone surfen, dann hab ich auch nicht mehr viel davon. Aber es ist kein Fehler des Mediums Film, dass ich währenddessen aufstehen und den Raum verlassen kann, während die Geschichte einfach ungesehen weiterläuft. Eine gewisse Selbstverantwortung bleibt eben beim Konsumenten.

      Spiele wie »Batman: Arkham City«, »Bastion« oder auch »Life Is Strange« (mit dem der Artikel öffnet, obwohl es dann gar nicht vorkommt :ugly: ) profitieren absolut davon, dass man sich selbst durch die Geschichte bewegt und sie nicht nur sieht oder liest, und die haben alle ihren ganz eigenen Weg, den Spieler in die Geschichte einzubinden. »Mafia« ist auch ein Topkandidat für die Kategorie »Geschichte erleben«, ganz zu schweigen von Kloppern wie »Knights of the Old Republic« und Co.

      Unterm Strich: Daumen hoch für das Thema, aber Daumen runter für den Artikel :-|
      Hier könnte meine Signatur stehen!
    • Mir ist ehrlich gesagt überhaupt nicht klar geworden, was der Autor mir jetzt mit dem Artikel mitteilen wollte. Warum hat er ihn geschrieben? Spiele sind keine Filme?! Ja, wer hätte das gedacht...
      Im Grunde genommen ist der ganze Artikel eine Unverschämtheit, wie ich finde, und einer Zeitung wie der Zeit nicht würdig. Entweder ich kritisiere oder ich analysiere mit einem Ausblick. Das Ende wirkt sehr hölzern und als ob er sich bewusst wäre, vielen Leuten auf die Füße getreten zu sein, indem er alles eigentlich irgendwie relativiert.
      Inhaltlich kann ich dem Ganzen nicht wirklich folgen. Er schreibt ja selbst zu Recht: " "Wie ein Film" zu sein, ist noch kein Qualitätsmerkmalan sich." Eben. Ein Film ist nicht gleich gut, weil es ein Film ist. Und ein Spiel ist nicht gleich schlecht, weil es ein Spiel ist. Er kritisiert das Medium und nicht den Inhalt. Wieder einmal... Die allermeisten Filme sind an Oberflächlichkeit ihrer Handlung kaum zu überbieten und gerade das erwähnte Hollywood ist da momentan mit seinen Nachfolgern und Neuauflagen ganz vorne mit dabei.
      Wenn ich jetzt alles und das systematisch versuche aufzuschreiben, was mir gerade durch den Kopf geht, dann sitze ich morgen früh noch an dem Text. Deswegen noch so viel zu dem Thema. Qualität ist keine Frage des Mediums, sondern, so tautologisch das auch klingt, der Qualität. Es gibt gute Filme und es gibt gute Spiele. Für mich der entscheidende Unterschied ist die Immersion und gerade die Kunst des aus der Hand gebens des Zepters. Ein Film drückt mich passiv in den Sessel und zwingt mich zur Untätigkeit. Ein Spiel muss ich schon aktiv den Geschichte abholen. Und dieses Kunststück schaffen die allermeisten Entwickler m.E. verdammt gut. In der Breite besser, als viele Filmschaffende hier Handwerk.