Batman: Arkham Asylum

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  • Batman

    Dunkler Ritter. Größter Detektiv der Welt. Säuberer der Straßen Gothams. Nicht der Held, den wir verdienen, aber der, den wir brauchen. Symbol der Hoffnung für Millionen von Untedrückten und Vorbild hunderter schwerreicher Waisenkinder. Der capebewehrte Rächer der Enterbten und Entrückten, der Bullterrier, der am Knöchel des Verbrechens nagt, der Taxometer an der Droschke der Gerechtigkeit, kurz gesagt: der Schrecken, der die Nacht durchflattert! Naja, das war Darkwing Duck, aber das Prinzip bleibt das gleiche.
    Nach Comicbuch-, Trickfilm- und Kinoerfolgen ist der finanzstarke Junggeselle und Teilzeit-Fledermausmann offiziell im 21. Jahrhundert angekommen und absolviert seit 2009 regelmäßige Auftritte in der Welt der PC- und Konsolenspiele. »Batman: Arkham Asylum« war der erste Teil der Arkham-Reihe, gefolgt von »Batman: Arkham City« (2011) und »Batman: Arkham Origins« (2013). Noch in diesem Jahr soll mit »Batman: Arkham Knight« der vierte und letzte Teil der Reihe erscheinen.

    Arkham Asylum: Spaß für die ganze Familie

    Wie der Titel bereits vermuten lässt, bildet Gothams hauseigene Nervenheilanstalt und Abstellkammer für all die abnormen Superverbrecher und Erzfeinde, die der dunkle Ritter im Laufe der Zeit so um sich versammelt hat, den Mittelpunkt der Handlung. Das Spiel wirft uns in eine schicksalsschwangere Nacht, die damit beginnt, dass die freundliche Fledermaus aus der Nachbarschaft gerade mal wieder den Joker persönlich im Arkham Asylum abliefert. Zeitgleich sorgt ein verdächtiges Feuer im normalen Gefängnis dafür, dass reihenweise Häftlinge von dort ebenfalls vorübergehend in die Nervenheilanstalt verlegt werden müssen.
    Einen Ausbruch von Joker und einen Aufstand der Gefangenen später befindet sich Arkham Asylum und die gesamte zugehörige Insel in der Gewalt des selbsternannten »Clown Prince of Crime«. Wie der größte Detektiv der Welt bereits vermutet hat, war selbstverständlich alles von langer Hand geplant und Teil von Jokers jüngstem Versuch, Gotham endgültig ins Chaos zu stürzen. Zum Glück ist unser Held bereits vor Ort, um der Sache auf den Grund zu gehen und sich dem Joker und seinen Schergen entgegenzustellen.
    Man darf sich auf eine lange Nacht einstellen, denn der Kampf gegen die entflohenen Gefangenen stellt noch die kleinste Herausforderung dar. Nebenbei müssen Menschen gerettet, die Insel erkundet und vor allem Jokers Pläne enthüllt und durchkreuzt werden. Alte und neue Bedrohungen muss der dunkle Ritter im Alleingang überwinden, während die Situation auf der Insel immer weiter außer Kontrolle gerät und Gotham der Untergang droht …

    Teile des Ganzen

    Die Story kann sich sehen lassen. Neben dem alltäglichen Joker-Irrsin, diabolischen Plänen und jeder Menge handfester Schlägereien säumen große Kaliber aus dem Batman-Universum die dunklen Pfade in das Herz des Arkham Asylums. Alles, was rund um Arkham kreucht und fleucht, versucht uns in die Quere zu kommen; gewöhnliche Insassen sind uns genauso auf den Fersen wie berüchtigte Erzfeinde, und so jagt ein Showdown den nächsten.
    Eine stürmische Nacht auf Arkham Island, abgeschnitten von der Außenwelt, und die verstörenden Machenschaften des Jokers bieten die perfekte Kulisse für einen düsteren Action-Titel. Grafisch und stilistisch ist das eigentliche Spiel auch entsprechend gehalten, ärgerlicherweise schlägt die bunte Comicbuchherkunft im Hintergrund noch ein bisschen zu stark durch. Gerade die zusätzlichen Informationen, die man zu Story und Charakteren freischalten kann, werden dem sonstigen Ton des Spiels nicht gerecht und stören das Gesamtbild mehr, statt es zu stützen.
    Ähnlich zweischneidig ist die Vertonung. Zwar ist das Spiel mit erstklassigen Sprechern besetzt und wartet mit jeder Menge Dialogen und vertonten Texten auf, aber der Funke will dennoch nicht so recht überspringen. Alles, was sich außerhalb der Hauptstory und den Cutscenes abspielt, lässt leider die nötige Glaubwürdigkeit vermissen und erweist der Atmosphäre so trotz besten Absichten eher einen Bärendienst.
    Musikalisch kommt »Arkham Asylum« solide, aber unaufregend daher. Der Soundtrack erfüllt seinen Zweck und ist hörbar an die epischen Kompositionen der jüngsten Batman-Filme angelehnt, kann diese aber natürlich nicht erreichen. In besonderer Erinnerung bleibt hier nichts – stören tut aber auch nichts.

    Makel und Kinderkrankheiten

    Es gibt nicht viel auszusetzen an »Arkham Asylum«, ganz ohne Fehler oder Unsauberkeiten kommt das Spiel allerdings nicht davon.
    Grafisch machten die Entwickler alles richtig und erschafften eine imposante und zweckdienliche Kulisse, aber obwohl die Spielwelt insgesamt theoretisch frei begehbar ist, sind die einzelnen Areale dennoch schlauchförmig aufgebaut. Story und Leveldesign diktieren den Weg, die Devise dabei lautet immer: Gehe von A nach B. Wirklich alternative Routen sind nicht vorgesehen und das Spiel baut auch darauf, dass man keiner Konfontration aus dem Weg gehen kann. Bevor sich ein Bereich verlassen lässt, müssen für gewöhnlich erst mal alle Gegner ausgeschaltet werden, was fast immer im Nahkampf passiert/passieren muss.
    Der lineare Ablauf schwächt das Spiel ein bisschen und lässt viel Potential auf dem Weg liegen. Auch die Massen an Häftlingen, durch die man sich prügeln muss, bestehen immer nur aus den gleichen wenigen Gegnertypen und unterscheiden sich kaum. Positiv ist, dass der Nahkampf durch die einfache Steuerung und die gute optische Inszenierung sehr viel Spaß macht und so gut in Szene gesetzt wird, dass es auch beim hundertsten Mal noch Spaß macht. Zeitlupen, Spezialangriffe, vielfältige Combos – und alles sehr flüssig und schnell und knackig im Ablauf, da könnten sich andere Spiele die ein oder andere Scheibe abschneiden. Die Gegner wiederum warten mit einer sehr brauchbaren AI auf, greifen gemeinsam an, geben sich gegenseitig Deckung, heben die fallengelassenen Waffen ihrer Kameraden auf oder reißen auch schon mal ein Rohr aus der Wand, um der Fledermaus eins draufzugeben. Im härtesten Schwierigkeitsgrad ergeben sich so echte Herausforderungen, bei denen man sich keine Fehler erlauben darf, wenn man nicht wieder von vorne anfangen will.
    Das Checkpoint-basierte Speichersystem erfüllt seinen Zweck und schwächelt nur selten aber mit ungünstig gesetzten Speicherpunkten. Ärgerlich ist, dass entdeckte »Geheimnisse« (Tonbandaufnahmen, Hintergrundinformationen, kleine Riddler-Trophäen, die zahlreich über die Spielwelt verteilt sind und kleine Extras freischalten) nicht unabhängig vom restlichen Spielverlauf gespeichert werden. So muss man beim Wiederholen eines Abschnitts immer daran denken, auch die gefundenen Geheimnisse noch mal abzuklappern, was unnötig Zeit kostet.
    Die Umsetzung der Steuerung schwankt zwischen »sehr gut« (besonders in den Nahkämpfen) und »okay« (bei der Fortbewegung durch die Level). Zwar lässt sich durch Luftschächte kriechen und über Hausdächer huschen, aber viele Bewegungsaktionen wie klettern, durch die Luft gleiten oder der Einsatz der verschiedenen Gadgets sind zu kontextabhängig gestaltet; so kann es schon mal passieren, dass man gegen ein Geländer springt, statt darüber hinweg, oder dass man von bestimmten Positionen aus nicht das gesamte Arsenal an Gadgets zur Verfügung hat – gerade der Enterhaken, mit dem sich höhergelegene Mauerabsätze erreichen und Gegner zu sich heranziehen lassen, ist öfter mal nicht dann einsetzbar, wenn man ihn gerade bräuchte. Im Vergleich mit Titeln wie »Assassin’s Creed« und »Splinter Cell« fühlt sich die Interaktion mit der Bewegung manchmal ein bisschen ungeschliffen und stockend an, mit ein bisschen Übung lernt man allerdings, die kleinen Problemfälle zu umschiffen.

    Alles hat ein Ende …

    … und »Batman: Arkham Asylum« ist da keine Ausnahme. Irgendwann ist die schrägste Geschichte auserzählt, jeder Erzfeind und Schwerverbrecher zurück in die Hochsicherheitszellen verfrachtet und auch der letzte Kleinkriminelle ausgiebig zu Brei geprügelt, und was dann?
    Begleitend zur Hauptstory sind in der Spielwelt jede Menge Kleinigkeiten in Form von Geheimnissen versteckt: Hintergrundinformationen zur Geschichte von Arkham, Charakterbiografien, versteckte Riddler-Trophäen und kleine Rätsel gilt es zu entdecken und zu lösen, was einem einerseits wertvolle Erfahrungspunkte einbringt – mit denen sich wiederum Upgrades für die Gadgets aktivieren lassen – und andererseits neue Level für den Herausforderungsmodus, Artworks und Ähnliches freischalten. Über 200 solcher kleinen Geheimnisse sind über das gesamte Spiel verteilt und die Spielwelt lässt sich auch nach Beendigung der Hauptstory vollständig erkunden, um auch wirklich in jeden letzten Winkel und jeden Lüftungsschacht zu spähen.
    Neben dem Story-Modus gibt es zudem den Herausforderungsmodus, in dem man einzelne Levelabschnitte noch mal bestreiten kann. In insgesamt 16 einzeln spielbare Herausforderungen kann man seine Fähigkeiten dann für Punkte beziehungsweise Medaillen auf die Probe stellen: Es gibt jeweils vier »Kampfherausforderungen«, in denen im Nahkampf Wellen von Gegnern ausgeschaltet werden müssen sowie vier »Jägerherausforderungen«, in denen mehr Wert auf Taktik und Lautlosigkeit gelegt wird, statt auf blanke Fäuste. Jede Herausforderung steht in zwei Schwierigkeitsgraden zur Verfügung und sollte einen somit eine ganze Weile beschäftigen.
    Vom Umfang her braucht sich »Batman: Arkham Asylum« nicht zu verstecken. Sowohl die eigentliche Story als auch das Finden von Geheimnissen und der Herausforderungsmodus bieten mehr als genug Beschäftigung für ambitionierte Spieler.

    Nachklang

    Am Ende bleibt ein sehr ordentlicher, sehr unterhaltsamer Titel mit überschaubaren Schwächen. Batman als Marke zieht immer und obwohl man weder das Potential zum düsteren Thriller noch das zur ausgeklügelten Stealth-Action voll ausgenutzt hat, ist den Entwicklern zumindest ein guter, geradliniger Actiontitel gelungen. Es steht Batman drauf und es ist Batman drin: Man bekommt die technischen Spielereien, die ausgefallenen Storylines, die beeindruckenden Gegner, eine Menge Prügeleien und zu guter Letzt auch einen Hauch von Detektivarbeit.
    In Details könnte das Spiel noch etwas runder sein, aber für Fans von handfester 3rd-Person-Action oder Freunden des Fledermausmannes im Allgemeinen lohnt sich das Spiel ohne jede Frage!
    Hier könnte meine Signatur stehen!

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Kommentare 1

  • Nexan -

    Schöne Rezension. Ich persönlich fand bei dem Spiel die zahlreichen Prügelaktionen irgendwann zu repetitiv. Da ist es direkt von der Platte geflogen, wie ich gestehe muss. Vielleicht mal Zeit es doch noch einmal anzuspielen. :grin: