H.A.W.K.E.N. – Ein Free2Play-Multiplayer-Online-Mech-Shooter

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  • Was? Schon wieder eine Rezension?

    Naja - ich hab grad Zeit und irgendwie möchte ich für mich selbst auch einen Strich ziehen und resümieren.

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    H.A.W.K.E.N.

    Ein Free2Play-Multiplayer-Online-Mech-Shooter :ugly:

    Gerade in letzter Zeit sind Mech-Shooter wieder etwas in den Trend geraten ... denken wir an Titanfall, MechWarrior Online, usw ... Und da möchte nun auch auf dem Play4Free Markt HAWKEN mitmischen.

    Wer aber glaubt hier einen klassischen Mech-Shooter á la MechWarrior vor sich hat, der täuscht sich gewaltig. Hat man bei MWO noch einen großen schwerfälligen Roboter gesteuert, schlüpft man bei HAWKEN in deutlich kleinere Kampf-Ableger, die deutlich wendiger und schneller sind.

    Somit steigt auch die gesamte Spielgeschwindigkeit - zwar nicht ganz so schnell wie ein normaler Shooter wie Battlefield, aber dennoch ist man bei HAWKEN sehr agil unterwegs.

    Doch halt - alles der Reihe nach!

    Ursprünglich gibt es das Projekt schon länger - schon 2011 wurde es angekündigt und ich habe mich damals schon für die Alpha angemeldet und bekam sogar einen Key für die Closed-Beta, welche 2012 startete. War eher schlecht als recht und hab es dann auch gleich mal wieder deinstalliert. Vor allem der Mangel an Spielern und Servern fiel mir damals negativ auf. Denn gegen 3 Leute aus Amerika auf einem amerikanischen Server hat kaum Spaß gemacht.

    Im Dezember 2012 wurde dann der Shooter öffentlich - open beta (und man muss sagen: Seit dem hat sich sehr viel getan, dennoch ist das Spiel offiziell auch jetzt 1,5 Jahre später noch immer im Beta-Status). Ich hatte es aber nicht mehr auf meiner Liste, doch seit Februar 2014 gibt es HAWKEN nun auch auf Steam (early access) und das war für mich ein ganz klarer Startschuss, um dem Spiel wieder eine Chance zu geben.

    Was ist HAWKEN eigentlich und wie spielt es sich?

    HAWKEN ist in erster Linie ein klassischer Online-Shooter. Nur diesesmal im Mechgewand. Die sind wie oben schon erwähnt nicht wirklich schwerfällig, sondern wendige agile Kampfanzüge und davon profitiert im Allgemeinen die Spielgeschwindigkeit. Langeweile und stundenlanges Campen ist als nicht angesagt. Maximal 12 Spieler haben auf einem Server platz - das heißt 6 vs 6 maximal. Da jeder Mech ordentlich Schaden einstecken kann und mach schon mal längere Feuergefecht mit dem Feind hat, täuscht gut über die wenigen Mitspieler hinweg. Man halt also weniger, dafür aber knackigere Gegner.
    Wie schon erwähnt kommen die Mechs recht agil daher: Man kann sehr hoch springen und mit Schubdüsen auch in der Luft schweben, man kann feindlichen Raketen mittels schnellem Seitwärtsschub ausweichen. Nimmt man in einem Kampf zu viel Schaden, kann man sich mittels Schubdüsen schnell aus der Action manövrieren und sich von einem kleinen Repair-Bot reparieren lassen. In dieser Situation ist man aber ein leichtes Opfer und sollte sich deshalb einen sicheren Platz dafür aussuchen. Schubdüsen brauchen natürlich Sprit, der sich aber von selbst her wieder auflädt, wenn man keinen Booster benutzt - und mit Boostern sollte man gezielt umgehen, denn sobald man feuert oder boostet, erscheint man auf der Minimap.

    Wie in jedem anderen Shooter gibt es auch in HAWKEN einzelne Klassen: Assault ist der klassische Allrounder ausgestattet mit SMG und Raketenwerfer, Tecnichian ist quasi der Pionier und kann andere Mechs reparieren, dann gibt es noch Tanks, die schwerfällig sind aber dafür gut gepanzert, dann noch Predators, die sich kurz unsichtbar machen können, dann noch Berserker, die klein und wendig sind und einen Shotgun mit sich tragen und dann noch die guten alten Sniper - zwischen Sniper und Predator ist auch noch der Reaper angesiedelt - somit bringen ganze 7 verschiedene Klassen viel Abwechslung ins Spiel. Für noch mehr Abwechslung kann man von jeder Klasse verschiedene Mechs frei spielen oder kaufen. Noch mehr Details kann man dann in die Ausrüstung dier Mechs stecken. Neben einer Primärwaffel und Sekundärwaffel kann man auch noch zusätzliche Upgrades einbauen: EMP Granaten, längere Boosterzeit, Schadensregeneration over time, und viele mehr. Somit kann man seinen Mech ganz klar auf ein Aufgabengebiet spezialisieren.

    Und hat man ein Team bestehend aus Spezialisten, die sich auf ihre Aufgaben konzentrieren, dominiert man ganz schnell den Server - und da kommt ein ganz wichtiger Punkt ins Spiel: Alleine bist du Schwach! Eh klar, aber in HAWKEN bekommt man dieses Gesetz noch ein Portion heftiger zu spüren: Zieht man alleine los, wird man ganz schnell von 2 feindlichen Mechs zerlegt. Um zu überleben muss man in der Gruppe bleiben, denn nur zusammen ist man stark. Noch besser ist es, wenn die Gruppe aus einem Tank, einem Heiler und Damage-Dealern besteht.

    Viele verschiedene Maps bringen noch mehr Abwechslung mit sich: Schön ist es, dass ein paar auch auf dreidimensionalen Aufbau Wert legen, wo es viele Sprung-Passagen gibt und Kämpfe auf vielen verschiedenen Ebenen stattfinden. Es oft auch ganz schnell unübersichtlich und hektisch werden.

    Zuletzt bringen auch verschiedene Spielmodi Abwechslung mit sich: Siege, Deathmatch, Team-Deathmatch, Missile-Assault und Coop. Siege kann ich nur schwer beschreiben: Zuerst muss man an Punkten auf der Map Treibstoff sammeln, dann daheim in der Basis den eigenen Battlecruiser damit volltanken - dann kämpfen diese großen Schiffe gegeneinander - in der Mitte der Map gibt es einen Flag-Punkt - kontrolliert man ihn, verfügt über einen AA-Rakensilo, der einem behilflich ist gegen das feindliche Schiff. Man kann aber auch persönlich auf das feindliche Schiff feuern. Ist das feindliche Schiff zerstört, geht es auf die feindliche Basis - sind beide Schiffe zerstört geht es wieder ans Treibstoff sammeln und bald kann ein neues Schiff gestartet werden. Und so weiter und so fort - erinnert ein bisschen an DOTA ohne Creeps. Dieser Modi ist sehr taktisch angehaucht und mit einem gutem Team macht er echt Spaß. Schön hierbei ist, dass sich das Spiel um 180° wenden kann.
    Deathmatch und Teamdeathmatch muss ich wohl nicht erklären. Zu erwähnen sei, dass die Runden hier auf entweder 40 Kill oder 10 Minuten beschränkt sind. Missile Assault ist quasi der Conquest-Modus von Battlefield und im Coop-Modus darf man sich miteinander gegen Computergegner währen, wobei immer mehr Wellen spawnen - im Fachjargon ist das wohl ein Horde-Modus.

    Grafik, Sound, Technik und Story anyone?

    Grafik ist für einen unabhängigen Free2Play-Shooter echt mal hübsch geworden. Mapdesign ist auch schön ausgefallen und mein Xeon E3 plagt sich mehr, als bei einem Battlefield 3. Aber die Unreal-Engine ist halt sehr CPU-hungrig.
    Sound hab ich bisher noch kaum einen wahrgenommen.
    Technik: Das Spiel hat einen hervorragenden Netcode. Leider gibt es aber KEINE EU-Server. Das nächstbeste ist für mich also ein UK-Server, wo ich ein Ping von 80 habe, wobei dies aber kein Problem darstellt: Toller Netcode wie schon gesagt. Daneben läuft das Spiel lagfrei und flüssig auf 60 FPS oder mehr. Was etwas schade ist, ist dass die Server nicht überbevölkert sind und man hat ganz selten einen 12 Spielerserver. Warteschlange gibt es leider keine.
    Anfangs sind die Menüs recht unübersichtlich, aber nach etwas Zeit kommt man auch da hinein.
    Story? Keine. Ich weiß nicht mal oder da mal was geplant ist. Braucht man auch nicht - das einzige was es gibt, ist ein Tutorial, wo man lernt mit seinem Mech umzugehen.

    Free2Play oder Pay2Win?

    Es ist kein Pay2Win - alle Mechs, Waffeln und Upgrades können freigespielt werden. Doch hierbei muss ich euch warnen: Man Beginn bekommt man Credits regelrecht nach geschmissen und man kauft sich gleich mal ein paar Mechs um sie auszuprobieren. Aber nach den ersten paar Runden bekommt man kaum noch Credits. Rund 400 pro Spiel und ein neuer Mech kostet 12000.
    Wer Mechs ausprobieren will, kann dies Gratis im Coop-Modus tun. Leider gibt es aber im Coop-Modus keine Credits zu verdienen.
    Also nochmal zu den Preisen: Wenn man so ein Noob ist wie ich bekommt man pro Spiel rund 400 Credits durchschnittlich. Mal mehr, mal weniger.
    Neue Mech kosten rund 12000 C, neue Waffen 6000 C, Upgrades zwischen 1000 und 10000 C. Will man sich also toll ausrüsten, muss man schon Zeit investieren.

    Für echtes Geld kann man sich Credits, Credit-booster, XP-booster (je höher der Level, desto besseres Equipment kann man sich kaufen) und haufenweise optische Anpassungen kaufen: Von einer Discokugel im Cockpit bis zu Rennstreifen auf der Panzerung ist alles drin.

    Unterm Strich ist es also Play2Free und kein Pay2Win - auch wenn es lange dauert, bis man mit den besseren Mech mithalten kann. Und das ist vor allem zu Beginn sehr frustrierend - wahrscheinlich spielen das auch deshalb nur wenige Leute.

    Fazit:

    Guter Zeitvertreib für kein Geld, frustrierend sind nur besser ausgerüstete Mechs oder ein Team, das besser zusammenspielt als das eigene. Je mehr Zeit/Geld man ins Spiel investiert, desto besser wirds wohl. Nach rund 20 Stunden ist es noch immer nicht langweilig geworden.

    Da es gratis via Steam ist, kann ich jedem Shooter-Fan weiterempfehlen es auszuprobieren. Ob es eine wirkliche Alternative zu einem AAA Titel wie Titanfall ist, kann ich leider nicht sagen.

    Trailer zum Schluss:
    it's not easy when it's icy

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