Retro: Resident Evil 2

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  • Das Spiel ist zwar schon ewig und 30 Jahre alt, gilbt aber unter Fans noch immer als eines der besten. Um genau zu sein erschien das Teil als Nachfolger zum ersten wahren Gründer des Genres "Survival Horror" Resident Evil 1 Anfang 1998 auf der Playstation 1:

    RESIDENT EVIL 2

    Lange durften kaum Berichte oder Rezensionen zu dem Spiel erstellt werden, weil es in Deutschland auf den Index kam. Warum? Die damalige Grafik war für die Playstation 1 herausragend und die Zombies glichen Menschen - und auf Menschen schießt man nicht. Außerdem beinhalteten manche Cutscenes Blut und herumfliegende Körperteile.

    15 Jahre später ist Resident Evil 2 wohl eines der harmlosesten Spiele die es gibt und deshalb glaube ich, ist es Zeit für eine längst überfällige Bewertung des Spieles. Dazu möchte ich das die Rezension besonders machen und RE2 aus 2 Perspektiven beschreiben:

    1998

    Als Nintendo-Jünger besaß ich 1998 als RE2 erschien natürlich einen SNES und hasste irgednwie alle die eine Playstation hatten. Darunter war damals auch mein bester Freund (habe ich btw schon 10 Jahre nimma gesehen, was mich recht traurig macht, aber so ist nun mal das Leben) und der bekam über 5 Umwegen irgendwie seine Finger an RE2, was damals für 14-Jährige so etwas wie ein heiliger Gral war - weil es eben auf den Index stand und AB 18 war. Grundsätzlich wussten wir nicht auf was wir uns einliesen, aber es war AB 18! Hallo? Wir spielten da ein Spiel für Erwachsene!

    Folglich trafen wir uns im Sommer 1998 bei meinem Freund zu Hause - seine Eltern waren Urlaub und seine ältere Schwester spielte quasi den Babysitter für uns: Sie war 18 (?) und wir waren ihr ziemlich egal. Somit hatten wir unsere Ruhe und viel Zeit für RE2.

    Der erste Eindruck

    Huiiii - ist das eine gute Grafik. Da Capcom damals ein völlig neues Konzept entwickelte, konnte man über wahnsinnig gute Grafik staunen: Das Spiel spielte vor fixen vorgerenderten Hintergründen und man bewegt nur die Spielfigur durch diese "Gemälde".

    [Blockierte Grafik: http://media.moddb.com/images/articles/1/102/101580/auto/RE2Screen04.jpg]

    Was der Grafik noch weiter half: Die gerenderten Zwischensequenzen, die man bisher nur aus Metal Gear Solid kannte.
    Doch was diesen Augenschmaus noch abrundete war dies Geräuschkulisse - wie hat sich doch die Melodie des Save-Rooms in mein Gehirn eingebrannt. Der Soundtrack von RE2 kann sich auch 15 Jahre später noch hören lassen - sehr stimmungsvoll.

    [video]http://www.youtube.com/watch?v=Sy-iUd-RVkg[/video]

    Doch warum geht es überhaupt in dem Teil?

    Zwei Monate nach Resident Evil 1 wird von der bösen Umbrella Corp. eine Spezialeinheit ausgesendet, um den von William Birkin neu entwickelten G-Virus zu stehlen.
    Kurz nach der fehlgeschlagenen Aktion breitet sich das T-Virus (was Leute zu Zombies macht - bekannt aus Teil 1) in ganz Raccoon City aus.
    Nachdem Chris Redfield, ein Hauptcharakter des ersten Teils, kurz nach seinem Einsatz im Herrenhaus spurlos verschwindet, macht sich seine Schwester Claire Redfield nach Raccoon City
    auf, um dort nach ihrem Bruder zu suchen.
    Gleichzeitig trifft andernorts in der Stadt der frisch ausgebildete Polizist Leon Scott Kennedy
    ein, um seinen Dienst im örtlichen Revier anzutreten.
    Nachdem beide Charaktere
    ersten Kontakt mit den lebenden Toten erfahren, treffen sie zufällig
    aufeinander und fliehen mit einem Streifenwagen in Richtung
    Polizeirevier. Durch einen Unfall werden beide allerdings wieder
    getrennt, schlagen sich jedoch unabhängig voneinander bis zum
    Polizeirevier durch.
    Dort beginnt ihr wahrer Alptraum und ihr Kampf ums Überleben in dieser Nacht am 29 September 1998 beginnt.

    Damals mit 14 Jahren waren mir Zombies durchaus bekannt - Zombiespiele aber nicht - und Survival-Horror-Games schon gar nicht.

    Schon nach den ersten 10 Minuten wusste ich: Das wird heftig werden: Schockmomente, ständigen Verfolgungswahn, ständiger Munitionsmangel, überall Gefahren.
    Nach den ersten 10 Minuten glaubte ich: Das ist kein Spiel für mich. Doch dann begannen die Rästel und aus dem Horrospiel wurde eines der besten Adventures, die ich bisher in meinem Leben gespielt habe. Verschlossene Türen, Statuen die man verrücken muss, Geheimtüren, Rätsel, Puzzle und dabei ständig auf der Suche nach Waffen und Munition. Was für ein Spiel, was für eine Story.

    Wir verbrachten das ganze Wochenende mit dem Spiel, sahen nur wenig Sonne und träumten die ganze Nacht von Zombies. Und dann? Wir konnte das Spiel nicht beenden, Rätsel waren zu schwer, Bosse zu übermächtig, Munition zu wenig, die Zeit zu knapp. Und nach dem Wochenende musste mein Freund das Spiel wieder seinem Nachbarn zurückgeben.

    Doch einige Szene hatten sich in meinen Kopf eingebrannt: Zombie die durch die Holzwand sprangen, Hunde die uns an den Hals gingen und unbegreiflich schöne und coole Zwischensequenzen.

    Zeitsprung: 2000

    Ich als Nintendo-Jünger hatte einen N64. Und 2000 veröffentlichte Capcom darauf RE2. Klar dass ich es mit 16 Jahren sofort kaufte. Einen Tag später nach mein bester Freund auf meiner Couch im Wohnzimmer platz und wir beide fühlten uns wieder 2 Jahre jünger: Und diesmal schafften wir das Spiel und konnten erstmals Szenario B spielen und beendet, was nochmals viel schwerer war.

    Damals war das Spiel ein richtiger Meilienstein für den N64. Die Umsetzung für den N64 war nämlich das erste Spiel der Konsole, das auf einem 512 Mbit großen Modul veröffentlicht wurde. Noch nie waren derartigen Render-Sequenzen auf dem N64 gesehen worden.

    Geträumt hab ich vom Spiel natürlich noch immer schlecht, aber dieses mal trauten wir uns das Spiel schon in der Nacht zu spielen :ugly:

    Zeitsprung: 2013

    Nach unzähligen Point&Click Adventures, Resident Evil 4 und grauenhaften actionlastigen Resident Evil 5 und 6, dachte ich mir: "Warum nicht mal ein Spiel, dass du als Jugendlicher geliebt hast?"

    Kurzer Hand holte ich meinen N64 vom Dachboden und ... nein - viel zu faul dafür: Ich lud mir einen Gamecube-Emulator runter! Ich darf das: Ich besitze das Original-Spiel!

    Wie dem auch sei, kam in ich den letzten 3 Monaten wieder in den Genuss des Spiels:

    • Das verblüffende zuerst: Ich hab mir so ziemlich 80% aller Rätsel vom Jahre 2000 gemerkt.
    • Das schöne dazwischen: Bei den Sounds und der Musik wurde ich echt ein bisschen nostalgisch. :heart_eyes:
    • Das sportliche danach: Nur RE2 wieder mal durch zuspielen war mir nach Szenario A zu wenig. Also hab ich mich in letzter Zeit auf Speedruns konzentriert (natürlich tool-assistiert (sprich Savestates), ich bin doch kein Masochist^^) Und es hat noch mehr Spaß gemacht, weil ich das Spiel ohnehin schon fast auswendig konnte.
    Was vom Tage übrig blieb
    Schade das solche Spiel nicht mehr entwickelt werden. Zwar erlebt das Genre Survival Horror in letzter Zeit wieder eine Art Renaissance mit Amnesia und Slender, aber wirklich an die Qualität der ausgewogenen Mixes zwischen Action, Rästel, Horror und Adventure reicht meiner Meinung nach keines an RE2 ran.
    Unter den klassischen Spielen reichen auch kaum andere RE's oder Silent Hill RE2 das Wasser: RE1 ist für sich allein ein Klassiker, aber alles was an RE 1 schlecht war, konnte in RE2 ausgebessert werden. RE3 war meiner Meinung zwar nicht schlecht, aber viel zu schwach in der Story. Auch Code Veronica - für sich selbst ein gutes Spiel - konnte mMn nicht den Geist von RE2 einfangen. Das mag nun sehr subjektiv klingen, aber unter der Hardcore-Fan-Base stehe ich bei weitem nicht allein mit dieser Meinung da.
    Wer das Spiel gerne spielen möchte, aber nicht kann, rate ich zu einem meiner Lieblings Lets-Playern, necroscope86, der genau weiß, auf was es in einem RE ankommt:
    [video]http://www.youtube.com/watch?v=RF4pbYL6JYQ[/video]
    Übrigens: Kanon ist Claire A, Leon B - Szenario, folgich spielt es Necro in korrekter Reihenfolge.
    Von heutigem Standpunkt aus ist das Spiel natürlich total unter Retro einzustufen: Die Grafik ist altbacken, die CGI Charakter in den Zwischensequenzen sehen eher wie Plastik aus und es werden einige gute Klischees aus den Neunzigern bedient.
    Ebenfalls altmodisch mag die Zeit sein, die man mit dem Spiel verbringt. Mein erster Durchlauf von Szenario A im Jahre 2000 war glaub ich bei 10 Stunden - dazu noch Szenarion B mit 12 Stunden - Folglich kam man zu Beginn auf rund 20 bis 25 Spielstunden.
    Meine letzte Durchspielzeit von letzter Woche betrug für Szenario A 2 Stunden, 45 Minuten (Profis schaffe es mit 2 Stunden), Szenario B mit 3 Stunden und 30 Minuten. Das mag nun recht wenig erscheinen, aber mittlerweile laufe ich recht blind durch das Spiel, weiß was bei welche Rätsel zu machen ist und wo welcher Gegenstand versteckt ist.
    Das letzte zum Schluss
    RE2 mag nicht eines der besten oder schönsten Spiele sein und keine breite Fanbasis haben, aber RE2 wird immer einen besonderen Platz bei mir einnehmen: Weil es mich einfach an eine besonders schöne Zeit in meiner Jugend erinnert.
    PS: Der Soundtrack ist natürlich noch immer total abgefahren und zeitlos!
    [video]http://www.youtube.com/watch?v=oDBWfUipBLg[/video]
    it's not easy when it's icy

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