Magicka – Er ist KEIN Vampir!!!

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  • Finstere Schurken wollen die Welt ins Chaos stürzen und nur tapfere Helden können dies noch verhindern. So oder so ähnlich fangen wohl viele Hack ’n’ Slay Titel und Action-Rollenspiele, wie Diablo oder Torchlight an und auch Magicka ist hier keine Ausnahme. Allerdings versetzt einen das Machwerk der Arrowhead Game Studios eben nicht in eine solch düstere und ernste Welt, sondern befördert den Spieler in einen kunterbunten Themenpark aus Anspielungen berühmter Titel der Film-, Fernseh- und Videospielgeschichte, die dabei fröhlich durch den Kakao gezogen werden. Doch ist das ganze auch gelungen? Lohnt sich der Gang in die satirische Welt von Magicka?

    Wie spielt sich das Teil?

    Das wichtigste zuerst, die grundlegende Mechanik des Spiels: Man hat acht verschiedene Elemente, wie Feuer, Wasser, Erde, Blitz usw. Diese kombiniert man mit bis zu vier anderen Elementen und schleudert sie dann auf die Umgebung, sich selbst, Gegner oder Mitstreiter. Dazu gesellen sich noch spezielle Kombinationen, die namens gebenden »Magkien«, die spezielle Effekte, wie Teleportation, Beschleunigung oder auch Fett bereitstellen. Das war es schon. Mehr gibt es nicht im Spiel. Keine Skill-, Talent- oder Attributpunkte wollen verteilt werden. Nur die acht Elemente und deren Kombinationsmöglichkeiten stehen dem Spieler zur Verfügung.

    Doch das hat es auch schon in sich. Man kann nämlich stundenlang herumexperimentieren und trotzdem noch neue Kombinationen finden. Seien es Rüstungen, die man sich selbst zaubert, Fallen für Gegner oder spezielle Schutzschilde. Viel ist möglich und das ist ein Segen und ein Fluch zu gleich. Denn bisweilen wird es doch sehr hektisch, wenn man in der Hitze des Gefechts eilig eine Rüstung zu zaubern, einen Feuerball zu schleudern und nebenbei noch jemanden zu heilen hat. Leider sind auch nicht alle Kombinationen wirklich nützlich, weshalb der aufwändig zusammengestellte Strahl aus Blitz-, Feuer- und Arkanenergie schon mal nur einen Bruchteil des Schadens einer simplen dicken Erdkugel macht. So ist man stets in Versuchung einfach nur eine Rüstung anzulegen und sich mit Erdkugeln den Weg frei zu räumen, statt komplexe Tricksereien zu probieren.

    Trotzdem macht das schon einen großen Reiz von Magicka aus, allein die vielen Möglichkeiten und teilweise lustigen Effekte machen den Titel spielenswert, zumal man im Mehrspielermodus noch mehr herausholen kann, wenn man bis zu drei Mitspielern noch mehr kombiniert oder hin und wieder versehentlich auch den Tod der Kumpanen verursacht. Gerade letzteres kann durchaus Anlass zu heiteren Grinsen oder Disputen geben.

    Okay, und wie ist die Story?

    Tja, die Story ist eben ein vor Klischees triefender Plot rund um einen bösen Magier, einen mysterösen Helfer (der kein Vampir ist), Orkfürsten, Hexen, Könige usw.. Gespickt wird das Ganze mit witzigen Anspielungen auf allerlei andere kulturelle Machwerke. So stößt man auf Figuren der »Ritter der Kokosnuss«, Feen aus »The Legend of Zelda«, Szenen aus »300« oder »Star Trek: Der Zorn des Khan«, um nur einige zu nennen. Begleitet wird das ganze von einem leicht sächselnden Sprecher der süffisant die Geschehnisse um den bzw. die Gefährten zwischen den Kapiteln zu kommentieren pflegt.

    Auch die weitläufige Szenarien ist nicht frei von Spott gegenüber gängigen Rollenspielen. So wundert sich der Held, dass wirklich alle Türen verschlossen sind, manche NPCs sind völlig verzweifelt wegen eines Ausrufezeichens, welches sie verfolgt und andere Dörfler veräppeln die tapferen Recken, weil sie in komischen Bademänteln herumlaufen. Bei der Gestaltung der Welt wird ebenfalls kein Versuch ausgelassen um dem Spieler näher zu bringen, dass es sich hier um eine tief ernste Angelegenheit handelt. Pferde, die wie Holzspielzeug aussehen und auch ähnlich animiert sind und Schafe, die von Pappaufstellern repräsentiert werden, lassen einen doch manchmal nachdenken, wie albern so einiges in den vermeintlich tiefsinnigen Rollenspielen der letzten Jahre wirkt. Freunde des Humors, der mit einer Portion Satire gewürzt wurde, dürften in Magicka jedenfalls die ein oder andere Situation zum Schmunzeln finden.

    Also soll ich mir das Ding jetzt kaufen?

    Natürlich ist Magicka kein Vollpreis AAA+ Titel, sondern eher ein Kleinod und Parodie auf das ganze Genre, trotzdem weiß die einfache aber doch irgendwie geniale Mechanik zu fesseln und vor allem im Mehrspieler richtig Laune zu machen. Gerade das Fehlen allzu komplexer Elemente der Charakterentwicklung oder die Hatz nach seltener Ausrüstung sorgen dafür, dass man sich auch mal schnell und völlig unbedarft in ein Abenteuer stürzen kann. Lediglich die ab und wann aufkommende Hektik in den Gefechten, die Unausgewogenheit mancher Zauberkombinationen und vergleichsweise knappe Spieldauer trüben hier das Bild etwas. Ansonsten kann ich jedem Action-RPG und Hack ’n’ Slay Fan dieses erfrischende kleine und ziemlich alberne Abenteuer empfehlen. Gerade im Mehrspielermodus kann der Titel seine vollen Stärken entfalten.

    Wer daher mal mitspielen will, der kontaktiere mich einfach über mein Steam-Profil. :grin: Hier noch ein paar optische Eindrücke des Spiels.

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