Die Simpsons Springfield Tapped Out

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  • Mit dem Free to Play Titel »Die Simpsons Springfield« (im Original »The Simpsons Tapped Out«) betritt Electronic Arts mit den gelben Klischee-Amerikanern die Welt der berührungsempfindlichen Mobilgeräte, um mit einem Mix aus simplen Aufbauspiel und Social-Game die Herzen der Spieler und vor allem auch der Simpsons-Fans zu erobern. Doch ist dies auch gelungen und ein netter Zeitvertreib oder verkommt der Neubau Springfields zum oberflächlichen Casual-Game ohne Langzeitmotivation?

    Kernschmelze

    Die Ausgangssituation ist schnell erklärt: Der große dicke Faulpelz Homer hat mal wieder geschlafen und eine Kernschmelze jagt Springfield in die Luft. Ergo ist es nun am Spieler dieses wieder aufzubauen worüber man sowohl in einer kurzen Filmsequenz, als auch Textdialogen informiert wird, die überraschenderweise ziemlich genau den typischen Simpson-Humor widerspiegeln – inklusive bissiger Anspielungen auf die Sinnlosigkeit von Social-Games. Wer also schon einmal die Episoden genossen hat wird sich sofort heimisch fühlen, was durch die Verwendung der Originalstimmen noch verstärkt wird. Dazu trägt weiter auch der Grafikstil bei, der ebenfalls die Evergreen Terrace in den Farben zeigt, wie man sie aus der Flimmerkiste gewohnt ist. Eines muss man hier also festhalten: Fans der Gelblinge finden allerhand aus ihrer liebsten fiktiven Stadt und EA hat hier den Stil und die Atmosphäre gut eingefangen, auch wenn die Grafik leider in der höchsten Zoomstufe schon arg pixelig wird.

    Aufbauspiel? …

    Leider ist die gelungene Simpsons-Atmosphäre das einzige ernsthafte Lob, dass man dem Titel geben kann, denn nach der Freude folgt Ernüchterung. Statt eines kleinen schmucken Aufbauspiels erwartet den geneigten Toucher nämlich lediglich ein absolut klassisches und wenig innovatives Social-Game im Stile eines »FarmVille«, den unzähligen Facebook-Spielchen – deren Einladungen gern die Pinnwände verstopfen – oder vielen beliebigen Browsergames. Gebäude ausgesucht, platziert, gewartet bis es fertig ist und dann Gewinn in Form von XP und Dollar abwirft. Für diese kauft man wieder neue Gebäude oder Dekoobjekte und gestaltet sich sein persönlichen Springfield. Manche der Bauten bringen dann wiederum auch ihre charismatischen Einwohner mit ins Spiel, welchen man Aufgaben aufträgt um wiederum XP und Knete einzufahren. Genretypisch dauern solche Aufgaben schon mal 24 Stunden oder mehrere Tage, was sich gegen harten Euro natürlich beschleunigen lässt. Lediglich Quests, spezielle Events (aktuell z.B. der Knüppeltag) oder Besuche bei den Springfields anderer befreundeter Spieler bringen hier Abwechslung hinein.

    Hhm… Donuts!

    So blickt der anspruchsvolle Spieler spätestens nach ein bis zwei Tagen schon gelangweilt auf sein Smartphone/Tablet und fragt sich warum man Unsummen für Boni oder Beschleunigung ausgeben sollte. Außer sein Springfield ständig zu vergrößern, neue Gebäude zu bauen und letztlich alle Stadtbewohner freizuschalten ist nämlich nicht viel zu haben. Eine Mechanik, die taktische Städteplanung erfordert fehlt ebenso, wie komplexere Interaktionsmöglichkeiten mit Spielern anderer Städte. Wer also für den Reiz eines derartig simplen Social-Game nicht zugänglich ist, wird das Spiel auch als großer Fan der Serie schnell beiseite legen. Alle anderen finden einen eher durchschnittlichen, typischen Titel des Genres vor, der lediglich durch seine gute Anbindung an das Franchise der Fernsehserie zu überzeugen weiß, sonst aber nur bekanntes liefert.

    Ein Browsergame/Social-Game, dass hin und wieder nur ein paar Minuten bespaßt werden will und dann Ewigkeiten nicht wirklich vorangeht, reizte mich noch nie. Dementsprechend flog die App trotz des dicken Simpson Bonus nach ca. sieben Tagen wieder vom Nexus 7, zumal die App auch noch die Frechheit besitzt jede erledigte Aufgabe lauthals in den Benachrichtigungen anzupreisen ohne eine Option zur Abschaltung anzubieten solch nerviger Kommunikation anzubieten.
    Springfield in der Glotze immer wieder gern, auf dem Tablet zum selber Bauen aber lieber nicht... :thinking:

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