Battlefield Heroes – Kauf dir den Sieg?!

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  • Schon 2009 startete »Battlefield Heroes« in die Beta und eröffnete damit damit für EA den Free to Play Markt. Seit dem begeistert der Comic-Ableger der Battlefield-Reihe vor allem durch seine kurzen, aber knackigen Runden und sein relativ zugängliches Gameplay. Doch wie hat sich das Spiel entwickelt? Taugt es immer noch zum herrlich abgedrehten Battlefield Quickie oder hat das »Kauf dir den Sieg« Prinzip längst alle Spieler vergrault? Hier ein kurzer Einblick, wie mir das Spiel heute im Vergleich zu der früheren Phase erscheint.


    Ein Quickie zwischendurch

    Als erstes kann man definitiv festhalten, dass sich an der Mechanik der schnellen Runde zwischendurch nicht viel geändert hat. Man startet das Spiel über den Browser, wählt seinen Helden aus und klickt auf den »Play Now!« Knopf. Meistens landet man dann ohne Verzögerung auf einem Server und hat in der Regel um die 15 Minuten, selten länger Spaß. Aus dieser unkomplizierten Kurzweiligkeit bezieht das Spiel auch weiterhin eine große Anziehungskraft. Man muss sich nicht lange Aufhalten oder für Stunden an eine Partie binden, sondern kann auch mal in der Mittagspause ein kleines Gefecht einschieben.

    Das Prinzip dabei ist relativ einfach. 3 Klassen, aufgeteilt in Soldat (ein Allrounder), Gunner (Frontkämpfer und Panzerknacker) sowie Kommando (Scharfschütze), die wiederum unterschiedliche Fähigkeiten mitbringen, stürzen sich dann in Battlefield typische Ticket-Gefechte. Dort wird dann dem Team eine Niederlage beigebracht, dessen Tickets zuerst auf Null sinken, wobei sowohl Tode als auch Eroberung von Stützpunkten die Tickets sinken lassen. Erweitert wird das ganze noch um weitere Spielmodi wie Capture the Flag usw.. Ein erheblicher Unterschied zu den herkömmlichen Schlachtfeldtiteln aus Schweden besteht allerdings darin, dass der Spielablauf deutlich verzeihender und langsamer ist. So kann man schon diverse MG-Salven einstecken bevor man das Zeitliche segnet und richtig schnell rennen tun auch nur die Kommandos auf der Flucht. Dadurch wird das Ganze etwas gemächlicher und man kann auch ohne katzenhafte Reflexe vorn mitspielen.

    Von Noobs und Hackern

    Das Grundprinzip von Battlefield Heroes hat sich also nicht sonderlich verändert im Lauf der Zeit und auch die Community beschimpft sich ebenfalls seit jeher gegenseitig mit steigender Begeisterung als »Noobs«, »Hacker/Cheater« oder gar mit schlimmeren Ausdrücken. Schön angeheizt wird dies natürlich noch durch die »Kill-Cam«, die es einem ermöglicht den kürzlich besiegten Gegner noch zu verhöhnen. Dazu gesellt sich auch noch eine teilweise fürchterliche Moral der Spieler: Ist man am Verlieren, streichen viele Kämpfer recht schnell die Segel, sodass man plötzlich auch mal zu zweit gegen sechs Gegner spielt oder gar noch schlimmere Verhältnisse vorfindet. Doch das dürfte einem allerdings auch noch alles bekannt vorkommen, wenn man schon früher einmal spielte.

    Ebenfalls bekannt vorkommen, wird einem die bisweilen sonderbar anmutende Balance zwischen den Klassen, wo vor allem die Kommandos ziemlich gut wegkommen und sich zwar relativ komplex spielen, aber auch teilweise massive Vorteile gegenüber den anderen Klassen aufweisen können. Zwar sind hier und da einige Schrauben gedreht worden, doch wirklich ausgewogen erscheint einem das Ganze noch nicht, weshalb man als Soldat durchaus schon mal frustriert dasteht, wenn man aus der Nähe von einem Gunner oder aus der Ferne von einem Kommando erledigt wird. Früher konnte man dafür noch den Vorteil des Heilung während des Kampfes ausspielen, aber mittlerweile haben kaufbare »Heiltränke« und ähnliches das Sanitätermonopol des Soldaten längst durchbrochen.

    Zur Kasse bitte…

    Weniger vertraut erscheinen einem da schon die Laserschüsse, die einem bisweilen um die Ohren fliegen und eine der größten Schattenseiten des Titels bloßstellen. »Kauf dir den Sieg« ist dabei vielleicht übertrieben, aber deutliche Vorteile gibt es hingegen für bare Münze zu erstehen. Besagte Blaster-Waffen bieten z.B. deutliche Vorteile für das Gefecht und können bei Spielern mit ähnlichen Fähigkeiten schon mal die Entscheidung bringen. Frustrierend wird es dann wenn man einem ganzen Team solcher überzüchteter Kampfmaschinen gegenüber steht und die eigenen Mannschaft nur mit antiken Bleipusten an den Start geht. Zum Glück eher die Seltenheit, zumal einige Serverbetreiber diese Geräte auch verbieten. Trotzdem darf man hier durchaus die Balance zwischen den gratis Waffen und den erwerbbaren Schießeisen ein wenig infrage stellen.

    Ebenfalls fraglich erscheint die Preispolitik. Selbst wenn man keinen Superblaster haben möchte, sondern sich mit einem kleinen Pusterchen begnügen würde, steht schnell mal schon zweistelliger Eurobetrag am Preisschild. Wer sich dann noch verrückte Partyhütchen oder andere modische Accessoires zulegen möchte, landet schnell bei einem Betrag, der auch den Kauf eines Vollpreistitels ermöglichen würde. Ein wenig zugänglichere Preise hätten hier durchaus die Kauflaune beflügeln können. Zumal sich die Möglichkeiten sein Geld anzulegen im Hinblick auf frühere Versionen deutlich vervielfältigt haben. Hat man sich sein Arsenal damals schon angelegt und sollte man dies nun mit Modifikationen ausstatten um wieder mithalten zu können, was noch als verständlich durchgehen kann, da man ja irgendwie ein kommerzielles Produkt spielt. Völlig unverständlich ist hingegen, dass die Modifikationen nur per Zufallsprinzip zu erhalten sind. Gezieltes kaufen ist nicht möglich und so kann man trotz großer Investition schon mal als Soldat eine Erweiterung für ein Schafschützengewehr in den Händen halten und der harte Euro hat sich im virtuellen Nichts aufgelöst.

    Happy End in der Buchenbucht?

    Trotz alledem macht das Spiel noch gut Laune und eignet sich ganz gut als Schnelleinlage gegen plötzlich auftretende Langeweile. Die vielen verschiedenen und größtenteils ausbalancierten Karten, das abgedrehte, witzige Comicsetting und die diebische Schadenfreude beim Erledigen seiner Gegner unterhalten doch ausgesprochen gut. Wer auch mal einen Zehner springen lässt und sich mit seinen Lieblingswaffen eindeckt, kann in der Regel mithalten, auch wenn man sich dem ein oder anderen Krösus geschlagen geben muss. Das Attribut »Free to Play« sollte man allerdings mit Vorsicht genießen, wobei dies ja eigentlich bei angeblichen kostenlosen Spielen eher die Regel denn die Ausnahme ist. Wer richtig viel Geld in die Hand nimmt kann sich durchaus große Vorteile erkaufen, doch auch mit einem Sparpreis und etwas Nehmerqualitäten kann man sich an den Schlachten ergötzen. Wer hingegen wirklich komplett kostenlos spielen will, hat es doch ziemlich schwer im Haifischbecken.

    Weitere optische Impressionen findet ihr in meinem »Battlefield Heroes« Album.

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Kommentare 2

  • Nexan -

    Ja, da wurde leider wirklich viel Potenzial verschenkt und es ist auch nicht absehbar, dass sich hier wieder grundlegend was ändert. Zu Gute halten muss man aber wohl, dass trotzdem hin und wieder echt spaßige Gefechte zu Stande kommen. :wink:

  • jones221 -

    Cool das nochmal jemand über bfh schreibt, für mich hat die Art wie das Studio das Spiel entwickelt und updated irgendwie den Spaß ruiniert - es kommt einem so vor als würden die zuerst neue Sachen einbauen und sich dann erst gedanken über das balancing machen.
    Es gab doch zum Beispiel diese Consumables die von allen Klassen genutzt werden aber teilweise identisch zu den Klassenspezifischen Fähigkeiten sind, das ist dann nicht mehr nur pay2win sondern zerstört auch das balancing der Klassen.
    Außerdem ist das free2play-Modell echt lächerlich, die Vorteile die man durch Echtgeld bekommt sind nicht mehr zu verteidigen.
    Ein funktionierendes System dieser Art hat zum Beispiel Tribes Ascend von Hi-Rez, dort sind die Waffen für die man entweder lange spielen oder echtes Geld bezahlen muss Sidegrades der Standartwaffen und nicht wie bei bfh einfach nur Upgrades, sie sind nicht einfach besser sondern einfach anders und höchstens vielleicht leichter zu benutzen.

    Ich schreibe das jetzt weil ich das ehrlich gesagt echt schade finde, bfh hat mir vom gameplay her wirklich total gut gefallen, besser sogar als die anderen, realistischeren battlefields (1942;2;3 etc.) und ich würde mich wirklich freuen wenn die das irgendwie nochmal hinkriegen.